Erster energieautarker Bauernhof in Österreich


Österreichischer Solarpreis 2003

Nö Natur und Umweltpreis 2003

FORD Klimaschutz -Sonderpreis 2004

Hans Kudlich-Preis 2006

Europäischer Solarpreis 2007

 

Wolfgang Löser in Streitdorf  im Weinviertel

Der Mann der Putin die Nase zeigt...



Interview Minister Dr. Josef Pröll

 

Die Landwirtschaft produzierte bis vor ca. 200 Jahren, Rohstoffe, Energie und Nahrungsmittel. Billige Kohle, Erdöl und Erdgas verdrängte diese zusehends von den Märkten. Durch Verknappung und damit wesentlichen Verteuerung der fossilen Energien gewinnen nachhaltige, erneuerbare Energien jedoch wieder wesentlich an Bedeutung.

 

Ich habe mir  zum Ziel gesetzt, meinen Bauernhof zur Gänze mit  erneuerbare Energien zu versorgen, um unabhängig von fernen Energieimporten zu sein, die Wertschöpfung am Bauernhof zu haben, und in geschlossenen nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen umwelt- und klimaschonend zu arbeiten.  Nach dem Motto: Aus der Region- für die Region.

 

Dabei werden Wärme, Strom und Kraftstoff selbst produziert.

 

Wärmeversorgung:  Hackgut und Solaranlage

 

Die Beheizung meines Gebäudes erfolgte seit jeher mit Biomasse, wurde vor wenigen Jahren automatisiert und auf eine Hackgutheizung umgestellt. Das Brennholz kommt zur Gänze aus der Region, aus eigenem Wald und Zukauf. Warmwasser wird seit 11 Jahren mit einer thermischen Solaranlage mit 12 m² Kollektorfläche  zur vollsten Zufriedenheit bereitgestellt.

 

Stromversorgung :  Photovoltaik und Windkraft

 

Die Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage am 6.3.2003 war die Krönung zum energieautarken Bauernhof. Auf dem Wohngebäude wurden 14 Stück PV- Module zu je 210 Watt, 21,5 m² Gesamtfläche mit einer Gesamtleistung der Anlage von 2,94 Kilowatt peak instaliert. die ca. 3000 KWh Strom pro Jahr erzeugt.

 

Der Strom wird seit mehr als einem Jahr von der ÖKO -Strom AG www.oekostrom.at bezogen, darüber hinaus bin ich an mehreren Windparks beteiligt  www.wksimonsfeld.at  www.windkraft.at und decke alleine aus diesen Beteiligungen (ca. 48.000 kWh) ein vielfaches meines Strombedarfes (4.500 kWh). Sowie aus meiner Photovoltaik-Anlage, welche an sonnenreichen Tagen den mehrfachen Stromertrag erzeugt, als ich verbrauche, der auch verkauft wird.

 

2,6% der Fläche Österreichs würde genügen um mit Photovoltaik den gesamten Strombedarf  zu decken. Dies wären unsere Dächer und Fassaden als Solarkraftwerke

 

Kraftstoffversorgung: Pflanzenöl - vom Acker in den Tank

Pflanzenöl kann das Erdöl sogar mehrfach ersetzen, siehe unter

http://www.solarverein-muenchen.de/bioenergie/treibstoff_text.htm

 

Seit kurzen werden meine Fahrzeuge, wie Traktoren und Autos, nur noch mit meinem eigenen kaltgepressten Sonnenblumenöl (nicht Biodiesel!) betankt. Um auch in dieser Hinsicht wirklich unabhängig zu sein und den Qualitätsstandard für Pflanzenöl http://www.bhkw-portal.de/download/rk_qualitaetsstandard.pdf  zu erreichen, habe ich  eine Pflanzenölpresse –eine einfache Doppel – Schneckenpresse angeschafft, http://www.oekotec.ibg-monforts.de/de/index.html  die in 24 Stunden 500 Kg – 600 Kg Sonnenblumenkerne  presst und 200 Liter Pflanzenöl dabei produziert. Der anfallende, hochwertige Presskuchen hat  8% - 10 % Restfettgehalt und 24% - 28% Eiweiß und ist daher ein begehrtes Futtermittel in der Tierhaltung, dass sich die Bauern aus der Umgebung holen. Um einen störungsfreien  Betrieb der PKW `s und Traktoren  langfristig zu garantieren, wurden diese nach dem Patent von ELSBETT mit geringem Kostenaufwand umgerüstet. www.elsbett.com

Die Leistung  und der Verbrauch der Fahrzeuge ist gleich geblieben.



Ebenfalls wurden zur besten Zufriedenheit ein PKW und sogar der Rasenmähertraktor (Kubota Diesel) mit der Umrüsttechnik der Fa. Waldland - VWP www.pflanzenoel-motor.at vorbildlich auf den Betrieb mit kaltgepressten Pflanzenöl umgestellt.

 

Sonnenblumen werden auf 10% der (Stillegung)- Flächen angebaut, die den Treibstoffbedarf meiner beiden Traktoren und der beiden PKWs  für ein Jahr abdecken. Auch Leindotter aus Mischkulturanbau soll in Zukunft vermehrt Verwendung finden, die in der konventionellen als auch in der biologischen Landwirtschaft angebaut werden können.

 

Erneuerbare Energien kosten nicht die Welt.

Für mich ist die Energieversorgung aus Erneuerbaren schon heute kostengünstiger, bringt mir ein zusätzliches Einkommen und macht mich unabhängig.

 

Die Möglichkeiten zum energieautarken Eigenheim, energieautarken Gemeinde und energieautarken Region sind für jeden  von uns gegeben, es bedarf lediglich einer Loslösung eingesessener Denkmuster, welche für uns als auch für nachfolgende Generationen wesentliche Auswirkungen haben werden.

 

Die Landwirtschaft ist in der Lage den gesamten Energiebedarf mit Erneuerbaren Energien aus Wind, Wasser, Photovoltaik, Solarthermie, Biomasse und Geothermie  zu erzeugen um dabei klimaschädigende Kohle, Erdöl, Erdgas und Atomenergie zur Gänze zu ersetzen.

 

Stromgewinnung aus Windenergie und Photovoltaik bewirken eine echte CO² Reduktion. Pflanzenöl und Biomasse sind CO² neutral.

 

Der Treibstoff Pflanzenöl (nicht Biodiesel) wird zur  Gänze aus Sonnenblumen gewonnen. Dabei wird wieder auf eine naturnahe Bewirtschaftung        geachtet: Mulchsaat, kein Dünger, sowie keinen Pflanzenschutz.

 

Die Ölsaaten werden am Hof kalt gepresst, das daraus gewonnene Öl durch Sedimentation (Absetzen) gereinigt und gleich in den Tank gefüllt. Keine langen Transportwege, einfachste, energieschonende Verarbeitung mit bester Qualität und direkt vor Ort verfügbar, mit höchster Versorgungssicherheit.

 

Der Strom für den Antriebsmotor der Ölpresse kommt direkt von der Photovoltaikanlage vom Hausdach.

 

Mit der Umsetzung meiner Projekte zum energieautarken Bauernhof wurde ein wesentlichen Beitrag zum Natur- Umwelt- und Klimaschutz, Regionalisierung und Nachhaltigkeit geleistet, bei dem die eigenen Produkte wieder ihren notwendigen Wert erhalten.