3.1.2004: Bericht zur Fernsehsendung "Land und Leute"
Wolfgang Löser aus Streitdorf im Weinviertel ist der erste völlig energieautarke Landwirt Österreichs: die Beheizung seiner Gebäude erfolgt mit Hackschnitzeln aus dem eigenen Wald, Warmwasser wird mit Sonnenkollektoren bereitet, der Fuhrpark - drei Traktoren und zwei Pkw - wird mit Pflanzenöl aus eigenem Anbau betrieben (Pflanzenöl, nicht Biodiesel - funktioniert mit Vorwärmung auf 80 Grad und Adaption der Motoren), sowie - als jüngste und abrundende Installation - die komplette Stromversorgung aus Photovoltaik.
Der 49-jährige Nebenerwerbslandwirt - er arbeitet auch in der Kfz-Werkstätte der Straßenmeisterei Korneuburg - hat 63ha unterm Pflug, auf denen er Zuckerrüben, Erdäpfel, Weizen, Gerste, Mais und Sonneblumen anbaut, letztere auf 6ha zur Versorgung seiner Fahrzeuge mit kaltgepreßtem Pflanzenöl.
Lösers siebzehnjähriger Sohn absolviert eine Kfz-Lehre, die neunzehnjährige Tochter lernt Krankenschwester und seine Frau arbeitet zur Gänze zuhause in der Landwirtschaft.
Die Inbetriebnahme der Photovoltaik-Anlage ist für den sonnenhungrigen Landwirt aus Niederösterreich die "Krönung des energieautarken Bauernhofs": die PVT-Austria montierte auf dem Wohngebäude 14 PV-Module auf 21m2 Gesamtfläche, mit denen 3KW produziert werden können; Gesamtkosten 15.000 euro. Für die Einspeisung überschüssigen Stroms ins Netz bekommt Löser 60 Cent je KW/h, wodurch sich die Sache für ihn von Anfang an rechnet.
Familie Löser betreibt damit den ersten völlig energieautarken Bauernhof Österreichs, wenn nicht des gesamten deutschen Sprachraums - und das nicht nur zur Sommerszeit, nein, auch im Winter, wenn es schneit.